Heinrich Heine fand das wohl auch irritierend. Wenn Menschen von Dingen reden, die sie selbst nicht leben.
(Ein Wintermärchen)
Wir kennen das aus der Politik, haben es schon im Managerbusiness erlebt und – halleluja – die braven Yogis können es auch ganz ausgezeichnet.

Wasser predigen und heimlich Wein trinken. Oder sie trinken ihn nicht mal, sie träumen schuldbeladen davon. Wie gerne würden sie den Wein trinken, den Sie verteufeln, aber das geht ja nicht, denn sie haben es sich verboten.
Auweia – das ist hart – ein Leben in einem ständigen Gefühl des Mangels. Kann das der Weg in die Freiheit sein?
Ich tippe: nein.
Was nicht heißt, dass uns das nächste Besäufnis in die Erleuchtung katapultiert – schon eher die Courage, offen und ehrlich zu dem zu stehen, was wir leben.
Seine Schwächen und Stärken zu erkennen und damit frei und liebevoll zu leben ist eine Erfahrung der Erleichterung.

Natürlich geht’s hier nicht explizit um’s Wein trinken – es ist eine Metapher für „die Dinge so sein zu lassen wie sie sind.“ Wenn ich gerne mal ein Glas Wein trinke und dazu stehe, wird es sich für mich besser anfühlen, als wenn ich gerne Wein trinken würde und es mir verbiete. Wir werden früher oder später schon noch unsere „Laster“ los. Solange sie nicht von allein von uns abfallen, ist es vielleicht einfach noch nicht soweit. Eines Tages wachst du auf und weißt:
„jetzt ist der Moment für etwas Neues gekommen.“
Das kann alles sein. Das erste Mal Yoga, Vegetarier werden, den Job wechseln, einen Fallschirmsprung machen….du wirst es wissen, wenn du soweit bist. Bis dahin stehe zu dir und zu dem, was du tust und lebst. Und danach: stehe zu dir und zu dem, was du tust und lebst.

p.s. wenn du dir bisher verboten hast, beim Yoga Spaß zu haben, dann komm gern mal vorbei. Hier ist Lachen auch außerhalb des Kellers erlaubt.