Was ein Yogi nicht tut. Es gibt Dinge, die macht ein Yogi, ein Yogalehrer nicht!

Ist das so? Wir haben diesen Satz schon mehr als einmal gehört.

Probieren wir es aus:
Lasst uns über eure Gedanken sprechen, die euch während der Yoga-Übungen manchmal in den Sinn kommen.

„boah, ich kann nicht mehr“
„oh yeah, das ist geil“
„wann hört der Scheiß endlich auf?“

Spätestens bei „Scheiß“ zuckt mancher zusammen und ehrlich gesagt, auch „geil“ ist doch nicht das, was ein Yogi sagt…

…oder?

Es ist doch so: Yogis, Yogalehrer, sind Menschen, die Yoga machen.
Und wenn du denken kannst: „was für ein Scheiß“ – warum sollte es jemand nicht laut aussprechen dürfen?
Es ist in unserem Kopf und damit ist es in der Welt. Das ist das Leben. Es besteht neben den vielen glitzernden, leuchtenden Dingen auch aus Scheiß.
Je eher wir das annehmen, desto schneller schrumpft der Kummer darüber.

Vor einiger Zeit standen wir vor einem Fahrstuhl und waren im Begriff, diesen auch zu benutzen, als der Satz fiel:

„ein echter Yogi fährt nicht mit dem Fahrstuhl.“

Wow. Was für ein Satz. Ein echter Yogi fährt nicht mit dem Fahrstuhl. Ernsthaft?

Alternativ-Vorschlag: ein echter Yogi, redet nicht so einen – (hurra, da ist es wieder:) – Scheiß.

Ein Yogi tut, was hoffentlich dein Nachbar, deine Freunde, der Bäcker, der Bauarbeiter, der Professor tut:
Er handelt nach seinem persönlichen Befinden. Und wenn du heute in den Fahrstuhl steigen möchtest, dann steig bitte in den Fahrstuhl. Morgen nimmst du vielleicht wieder die Treppe.

Wenn du mal einen miesen Tag hast, dann ist das so. Es gehört dazu und es geht vorbei.
Genauso wie die wunderbaren Tage dazugehören und auch diese vorbeigehen.

Wir dürfen in unserem Leben alles tun, was wir wollen, solange wir bereit sind, mit den Konsequenzen zu leben. Das entscheiden wir alles für uns selbst.
Im besten Fall tust du niemandem weh, schränkst niemanden in seinem Handeln durch dein Handeln ein.
Das wäre ein schönes und gesundes Ziel, das der Yogi in dir sich setzen kann.

Wie klingt das:
hör auf dich selbst und verbiete dir nichts, was da sein möchte. Mit Verboten schadest du dir nur, drückst du weg, was noch da sein will. Es wird an anderer Stelle herausplatzen.
Wenn es soweit ist, verschwindet es von selbst.

Ein „Scheiß-Gedanke“ ist nichts Böses.
Ein erhellender Gedanke nichts Heiliges.

Und wenn du eine schwere Yogatasche trägst, dann steig um Himmels Willen in den Fahrstuhl.
Zweite Etage, bitte. Da bist du dann genau richtig. Bei allesyoga.
Den Rest besprechen wir bei einem Tee.
(Verena)

….was ein yogi nicht tut